Muskelerkrankung IBM

…Erfahrungsbericht eines Betroffenen

15. Juli 2008

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 10:03 am on Dienstag, Juli 15, 2008

Meine Muskelerkrankung “ IBM - Einschlusskörpermyositis “ verschlechtert sich langsam weiter.

Man kann den Fortschritt meiner Erkrankung nur nachvollziehen, wenn man auf eine längere Zeit zurück blickt.So kann ich nicht sagen , es geht mir schlechter als vor 3 bis 4 Wochen , wohl aber wie meine Muskelkraft sich vor einem halben Jahr zeigte . Dann merke ich , dass sich wieder etwas verschlechtert hat.

Zum Beispiel :

Die Kraft in den Fingern und Händen reicht nicht mehr zum Halten eines Buches . Ich brauche jetzt eine Unterlage auf welcher ich das Buch liegen habe. Auch umblättern macht mehr Schwierigkeiten. Das Schlucken bereitet mir allerdings im Moment die größten Sorgen . Ich muss sehr aufpassen , dass ich keine Essenreste in die Luftröhre bekomme. Auch werde ich in der Nacht oft wach , da ich den Schleim nur sehr schwer runterschlucken kann.

Weiter brauche ich , um vom Sitzen zum Stand zu gelangen , eine noch höhere Sitzposition. Das heißt für mich dann neue Hilfsmittel anschaffen , was leider nicht immer leicht ist . Man muss erst mal ein , für meine Behinderung , passendes Gerät finden.Leider kann man nicht immer alles ausprobieren, um zu sehen ob das Hilfsmittel auch tatsächlich ausreichend ist.

Wenn man sich dann für etwas entschieden hat , kommt der finanzielle Aspekt dazu.

Medizinische Hilfsmittel sind unverschämt teuer .

Zum Beispiel kostet ein Stuhl mit einer Hebefunktion je nach Güte 2 bis zum Teil auch über 5 tausend Euro . Zum Vergleich bekommt man einen höhenverstellbaren Frisörstuhl schon für 500 bis 1000 Euro.

Welch ein Unterschied .

Auch dauert es irre lange bis die Krankenkasse eine Genehmigung zur Anschaffung eines Hilfsmittel erteilt . Zuletzt bei meinem Dusch - und Toilettenstuhl , von Verschreibung Anfang Februar durch meinen Arzt , bis zur Auslieferung Mitte Juni .

Freitag den 14. März 2008

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 12:46 pm on Freitag, März 14, 2008

Ich habe vor einer Woche nochmals an die Krankenkasse geschrieben, und darum gebeten die Bewilligung meines benötigten Dusch- und Toilettenstuhles zu beschleunigen. Warte immer noch auf eine Antwort.

Freitag den 7. März 2008

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 11:12 am on Freitag, März 7, 2008

Ich habe endlich einen, für meine Behinderung, passenden Dusch- und Toilettenstuhl gefunden. Man kann die Sitzhöhe mit einer Hydraulischen - Pumpe verändern . Der Sitz geht dabei bis zu einer Höhe von 82 cm anzuheben, so dass ich dann mit gestreckten Beinen aufstehen kann .Mein Arzt hat ihn verschrieben und das Sanitätshaus hat meiner Krankenkasse einen Kostenvoranschlag geschickt.

Eine Antwort von der Krankenkasse habe ich gestern erhalten. Mir wurde mitgeteilt , dass erst von dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen eine Stellungnahme eingeholt werden muss , ob diese Verordnung nötig ist.

Das ist bei meiner Erkrankung , die leider fortschreitend ist, schon erstaunlich .

Aber so ist das nun mal in unserem Gesundheitssystem .

Ich muss mich also in Geduld üben , und weiter mit allen möglichen Tricks die Toilette und Dusche aufsuchen.

Bin mal gespannt wie lange ich warten muss ???

Patientenlifter mit Stehfunktion

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 12:16 pm on Mittwoch, Januar 30, 2008

Hallo,

Ich habe heute mal eine Frage zu Patientenlifter mit einer Stehfunktion .

Ich beschreibe mal kurz meine Situation : Habe eine Einschlusskörpermyositis, meine Beinmuskel sind insoweit geschädigt , dass ich nur von inzwischen ca. 70 cm Sitzhöhe aufstehen kann. Die Beine müssen also in den Knien ganz gerade sein , dann kann ich noch stehen und mit Krücken gehen . Da auch meine Muskeln in den Armen und in den Händen sehr geschwächt sind, kann ich beim Aufstehen auch nicht gut helfen. Beim Hinsetzen muss die Sitzhöhe natürlich viel niedriger sein.

Mein Sanitätshaus hat in den letzten zwei Wochen drei verschiedene Patientenlifter bei mir ausprobiert. Ich hatte für alle drei Systeme nicht genügend Restkraft. Ich hatte dabei einen Haltegurt um den Brustkorb angelegt bekommen . Da ich mit den Armen und Händen nicht gegen pressen konnte, rutschte der Haltegurt nach oben über den Kopf. Es geht also so nicht.

Der Mann vom Sanitätshaus meinte , es komme dann wohl nur ein Tuch in Frage , in welchem man dann sitzt und umgesetzt werden kann. Das möchte ich allerdings noch nicht , da ich ja immer noch zum Glück stehen , und auch einige Schritte gehen kann..

 Meine Frage nun , gibt es , oder hat jemand Erfahrung mit Toilettenstühle , und Rollstühle fürs Haus, die mit einem mechanischen Hublift ausgestattet sind ?? Ich meine einem System , das man auch bei einem Friseurstuhl findet.

02.01.2008

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 10:47 am on Mittwoch, Januar 2, 2008

Ich wünsche allen Lesern ein und gesundes Jahr 2008 .

Meine Muskelerkrankung macht mir weitere Schwierigkeiten. Ich komme trotz Aufstehhilfe kaum noch von meinem Sessel und vom Treppenlifter zum Stand . Habe deshalb mit meinem Hausarzt gesprochen. Er meinte ich solle mich mit meinem Sanitätshaus ,wegen einem elektrischen Patientenlifter mit einer Aufstehhilfe , in Verbindung setzen . Er würde mir dann das entsprechende Rezept ausstellen.

Das werde ich in den nächsten Tagen in Angriff nehmen. Es wird wohl wieder einige Zeit brauchen , bis die Krankenkasse den Lifter genehmigt.

2006 bis zum Herbst 2007

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 10:40 am on Dienstag, Oktober 16, 2007

Die Krankheit verschlechtert sich weiter schleichend. Muskeln sind gleichmäßig verteilt im ganzen Körper betroffen.Hier schreibe ich einmal auf, welche Muskelpartien durch die Einschlusskörpermyositis bei mir betroffen sind, und welche Schwierigkeiten das bei mir macht :

Kopf und Hals

Die Muskel der Augenlider sind beim Öffnen schwieriger zu kontrollieren.

Beim Liegen können die Nackenmuskel meinen Kopf kaum noch anheben.

Die Schluckmuskulatur ist ebenfalls betroffen. Ich habe Schwierigkeiten Tabletten und Nahrungsmittel zu schlucken. Es bleiben oft Reste stecken , welche ich mit allen möglichen Tricks versuche runter zu schlucken.

Finger, Hände und Arme

Da die Finger sich nicht schließen lassen , kann ich viele Dinge nicht greifen . Je kleiner desto schlechter geht es. Da auch die Kraft in den Händen und Armen fehlt, kann ich mich nicht richtig festhalten , oder beim Aufstehen abstützen. Zähneputzen , Kämmen, Waschen, Duschen und Anziehen sowie der Toilettengang geht nur mit Hilfe meiner Frau. Sie muss mir das Essen und Trinken mundgerecht zubereiten und hinstellen bzw. anreichen.

Rücken

Aufrichten vom Liegen, oder das Drehen im Bett beim Schlafen, geht auch nur mit Hilfe , so das meine Frau auch des Nachts leider für mich da sein muss.

Beine , Knie und Füße

Die Oberschenkel sind so schwach, so das ich inzwischen, um aufstehen zu können, eine Sitzhöhe von mindestens 65 cm brauche. Ich fahre z.B. den Rollstuhl auf diese Höhe , rutsche dann nach vorne, und stehe dann mit gestreckten Beinen auf. Meine Frau gibt mir meine Krücken , ich verriegele dann meine Kniegelenke, die vollständig instabil sind, und kann so noch einige Schritte in der Wohnung gehen. Die Fußhebermuskeln sind ebenfalls betroffen, so dass ich die Füße höchsten 2 cm hochbekomme, und somit auch keine Unebenheiten oder Steigungen bewältigen kann.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es die IBM-Einschlusskörpermyositis immer noch nicht.

Ich bekomme durch meinen Hausarzt weiter jede Woche zweimal Krankengymnastik und Manuelle - Therapie verordnet. Das bringt wenigstens etwas Abwechslung in meinen Alltag .

2005 weitere Hilfsmittel u. Pflegestufe II

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 11:08 am on Samstag, Oktober 13, 2007

Im Laufe der letzten Monate musste ich um aufstehen zu können meine Sitzhöhen weiter nach oben korrigieren. So konnte ich dadurch nicht mehr unsere normalen Sesseln , Sofa und Stühle benutzen. Zuerst habe ich einen unserer Esszimmerstühle vom Möbelschreiner auf eine Sitzhöhe von 60 cm ändern lassen.Als nächstes schaffte ich mir einen Sessel mit einer elektrisch betriebenen Aufstehhilfe an . Das Aufstehen ging hiermit zunächst super. Auch hat der Sessel eine Liegefunktion , so das ich nicht immer nur sitzen muss. Das hat sich, durch die unterschiedlichen Druckbelastungen , sehr positiv auf meinen Rücken ausgewirkt. Die Verspannungen wurden etwas erträglicher.

Da ich inzwischen , trotz der durch das Einlegekissen um 10 cm erhöhten Sitzhöhe, auch nicht mehr aus dem normalen Rollstuhl aufstehen konnte, wurde mir nach Rücksprache mit meinem Hausarzt und dem Sanitätshaus , ein Elektrischer Rollstuhl mit einem Sitzhub verschrieben.

Ich reichte das Rezept am 31.03.2005 bei meiner Krankenkasse ein. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Wochen erhielt ich am 11.05.2005 die Ablehnung durch die Krankenkasse. Begründung war, dass der MDK der Meinung sei , das der E-Rollstuhl mit dem Sitzhub für mich nicht nötig wäre. Ich fiel aus allen Wolken, da der MDK mich gar nicht neu begutachtet hatte, und somit meinen derzeitigen Zustand meiner Meinung nach nicht beurteilen konnte. Ich hatte inzwischen das Haus schon etliche Monate nicht mehr verlassen können.

Deshalb legte ich am 12.05.2005 Wiederspruch ein. Ich schilderte darin noch einmal meinen Zustand , und wies daraufhin , dass es mir so nicht möglich sei am öffentlichen Leben teil zu nehmen .

Dann am 29.06.2005 endlich die Genehmigung durch die KK und durch den MDK.

Nun dauerte es dann doch noch ca. 3 Wochen bis der Rollstuhl geliefert wurde.

Was für ein Glücksgefühl, “endlich einmal alleine durch den Ort fahren, und danach, durch den Sitzhub, selbständig aus dem Rollstuhl aufstehen können “ .Ich erhielt dann noch eine transportable Rampe , so das ich auch , trotz der Stufen , ins Haus hinein und heraus fahren konnte.

Da ich zunehmend durch das lange Sitzen Druckstellen bekommen habe , verschrieb mein Hausarzt mir ein Kissen zur Druckentlastung . Dieses wurde mir ohne Schwierigkeiten durch die KK genehmigt. Für mich war das Sitzen jetzt viel besser zu ertragen.

Inzwischen war ich noch mehr auf die Hilfe durch meiner Frau angewiesen , deshalb stellte ich am 01.11.2005 einen Verschlechterungsantrag bei der Pflegeversicherung. Die Begutachtung durch den MDK fand am 30.12.2005 statt.

Die Bewilligung der Pflegestufe II durch den MDK und durch die Pflegeversicherung erfolgte am 12.01.2006.

2004

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 10:12 am on Freitag, Oktober 12, 2007

Meine Erkrankung ( IBM-Einschlusskörpermyositis ) verschlechterte sich weiter schleichend, was sich vor allen Dingen beim Aufstehen aus einer sitzenden Position , und weitere Verminderung meiner Greiffähigkeit und Kraftverlust in den Händen und Armen , bemerkbar machte. Ich konnte auch nicht mehr in die Duschtasse hinein steigen , die Höhe des Randes war nicht mehr zu überwinden. Deshalb musste ich mich mit dem Umbau unseres Bades befassen. Da ich auch , trotz einer Sitzerhöhung von 10 cm, nicht mehr von der Toilette aufstehen konnte, musste diese ebenfalls geändert werden. Ich entschied mich nach einer Beratung , einen Toilettentopf von 50 cm Höhe einzubauen außerdem wurden auf jeder Seite Haltegriffe angebracht. Die Duschtasse musste ebenerdig eingebaut werden, so das ich ohne Schwierigkeiten mit meinen Krücken hinein gehen konnte, oder später auch evtl. einen Duschstuhl benutzen kann. Haltegriffe wurden ebenfalls eingebaut. Für den Umbau des Bades erhielt ich auf meinen Antrag hin, und nach Prüfung durch den MDK, von der Pflegekasse einen Zuschuss in Höhe von rund 2500 Euro.

Schwerbehindertenausweis, Pflegestufe, Hilfsmittel 2002 bis 2003

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 11:17 am on Mittwoch, Oktober 10, 2007

2002 stellte ich zum ersten Mal einen Antrag auf Erteilung eines Schwerbehindertenausweises. Dieser wurde mir am 28.05.2002 ausgestellt. Ich bekam 50 % mit dem Merkzeichen G ( gehbehindert ).

Am 01.02.2003 habe ich auf Anraten meines Hausarztes einen Antrag auf Einstufung in die Pflegekasse gestellt. Am 19.03.2003 wurde ich dann durch den MDK begutachtet. Es war eine sehr freundlich Frau , die sich alle meine Behinderungen schildern lies . Da ihr meine Krankheit noch nicht untergekommen war , habe ich ihr diese erst einmal erklärt. Ich musste ihr dann noch zeigen, wie ich mich noch bewegen konnte, und wie meine Frau mir bei den verschiedenen Verrichtungen behilflich sein musste.

 Am 16.04.2003 bekam ich dann die Nachricht, dass mir die Pflegestufe I ab dem 01.02.2003 zustehen würde.

Die Gewährung der Pflegestufe ist für uns Behinderte , deshalb so wichtig , da wir ohne diese keine Hilfsmittel und Zuschüsse zu Umbauten erhalten würden .

Da ich keine langen Strecken mehr gehen konnte, erhielt ich im Januar 2003 meinen ersten Rollstuhl , er war zusammenklappbar, und meine Frau konnte ihn im Auto verstauen. Für mich hieß das, ich konnte wieder mit meiner Frau Spaziergänge unternehmen.

Da meine Schwierigkeiten beim Treppensteigen sich dramatisch verschlechterten , musste ich mir , da wir die Schlafräume im ersten Stock haben , etwas einfallen lassen. Also lies ich mich beraten , und entschied mich für einen Treppenlift.

Eine allerdings sehr teuere Angelegenheit . Der Preis betrug ungefähr 12.500 Euro , wovon die Pflegekasse auf Antrag ca. 2500 Euro übernahm. Was für ein Gefühl , wieder ohne Schwierigkeiten ins Obergeschoss zu kommen.

Wegen der fortschreitenden Einschränkung meiner Beweglichkeit , stellte ich einen Verschlechterungsantrag in Bezug auf den Schwerbehindertenausweis. Am 6.09.2003 erhielt ich dann einen Behinderungsgrad von 80 % aGB ( außergewöhnlich Gehbehindert , mit Begleitperson ) .

So konnte ich dann eine Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer , sowie einen Parkausweis für die Benutzung von Behindertenparkplätze erhalten.

Da ich um Aufstehen zu können, meine Sitzhöhe immer weiter erhöhen musste , habe ich mir etliche Sitzkissen angeschafft. Diese hatten eine Höhe von 10 cm , und ich legte sie auf alle Sitzgelegenheiten , auch auf den Rollstuhl . So betrug die Sitzhöhe ca. 55 cm , und ich konnte dann wieder einigermaßen gut aufstehen , und mit Krücken im Haus einige Schritte gehen.

Für mein Bett, wurde mir von der Pflegekasse im Dezember 2003 ein elektrischer Bettrahmen, mit einer Hebefunktion genehmigt, so das ich auch wieder besser aus dem Bett konnte.

Das war der Verlauf im Jahr 2003

Herbst 2003

Abgelegt unter: Beginn und Fortschritt meiner Erkrankung — admin at 11:28 am on Dienstag, September 25, 2007

Erfahrungen mit der Cranio - Sacralen Therapie

Da ich in der ersten Zeit sehr große Probleme hatte, mich mit der Krankheit und der daraus resultierenden Hilfsbedürftigkeit abzufinden , machte mich mein Therapeut auf die Cranio - Sacrale - Therapie aufmerksam. Nach seiner Meinung könne bei mir solch eine Behandlung etwas bringen. Sie würde allerdings nicht meine Grunderkrankung heilen, aber in einigen Bereichen meine Befindlichkeiten verbessern. Er gab mir diverse Unterlagen über die Cranio - Sacrale - Therapie mit. Ich war erstaunt auf welche Erkrankungen diese Therapie angewendet werden kann. Hier ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten :

Migräne, Kopfschmerzen

Chronische Nacken u. Rückenschmerzen

Stress

Koordinative Störungen

Dysfunktionen im Säuglingsalter

Übermüdung

Emotionale Schwierigkeiten

Lernschwierigkeiten

Orthopädische Probleme

Ich war allerdings zuerst etwas skeptisch . Nachdem ich mich weiter schlau gemacht hatte, und die Behandlung sogar bei sogenannten Schrei - Babys, sowie auch bei Kleinkindern angewandt wird , entschloss ich mich zu einem Versuch.

Die Dauer einer Behandlung erstreckt sich über mindestens eine Stunde , und man braucht auch diverse Sitzungen .

Die Behandlung ist sehr angenehm , man liegt ganz entspannt da , schließt die Augen, und konzentriert sich auf die leichten Berührungen des Therapeuten. Er fängt mit seinen Händen am Kopf an, um die Schwingungen des Cranio- Sacralen- Systems zu erkennen. Dann geht er auf Stellen irgendwo am Körper , wo er dann, die zuvor erkannten Abweichungen ( Verspannungen, aber auch negative Erfahrungen emotioneller Art ) , mit leichten Bewegungen seiner Hände bearbeitet.

Ich habe bei den Behandlungen die unterschiedlichsten Erfahrungen gehabt. Zuerst stellte ich fest, dass ich nach der Sitzung einen flüssigeren Ablauf meiner Bewegungen hatte. Auch bei Schmerzen in den Gelenken , bedingt durch meine fehlende Muskelkraft , hilft diese Behandlung bestens. Nach einiger Zeit hat sich auch mein erhöhter Blutdruck deutlich gebessert, auf ca. 120-130 zu 75-80. Er lag mit Medikamenten immer so um die 140 zu 90.

Meine nervliche Verfassung hat sich auch gebessert , ich werde mit der Krankheit gut fertig , und auch in der Nacht kann ich deutlich besser schlafen.

Für mich am aufregendsten und erstaunlichsten war, dass ich bei der Behandlung bis in ein Alter von ca. 2 Jahren in meiner Erinnerung zurück ging. Dabei kamen Ängste und Erlebnisse , die ich in der Nachkriegszeit hatte , hoch. Bei einer Sitzung habe ich fast eine halbe Stunde geweint . Durch Gespräche mit meinem Therapeuten , habe ich dann diese Geschichten aufgearbeitet. Ich fühlte mich danach sehr erleichtert und deutlich entspannter.

Ich hatte noch etliche andere Erfahrungen mit der Cranio - Sacralen - Therapie, und könnte fast ein Buch darüber schreiben. Mein Therapeut sagte mir , dass die Wahrnehmungen bei den Patienten oft ähnlich seinen , aber auch nicht jeder, so wie ich , darauf anspricht.

Ich kann die Cranio - Sacrale - Therapie jedem empfehlen.

Leider wird bei uns in Deutschland die Therapie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

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