Als ich noch nicht im Rollstuhl saß , haben meine Frau und ich uns in einer Lernstube als Helfer beteiligt . Wir waren rund 6 Frauen und ich als einziger Mann als Helfer tätig . Wir haben uns tageweise bei der Betreuung abgewechselt, und hatten meist um die 12 Kinder vom ersten bis zum vierten Schuljahr in den zwei Gruppen.
Wir haben in der Hauptsache Kinder aus Problemfamilien und von Ausländern betreut. Da die Kinder zum Teil kein richtiges Deutsch verstanden haben, wurde viel gelesen, das Einmaleins geübt, und Hilfestellung bei den Hausaufgaben gegeben. Im Anschluss wurde dann mit den Kindern gespielt. Bei schlechtem Wetter im Haus, bei Sonnenschein auch im Freien.
Man merkte bald, wie dankbar die Kinder waren. Vor allen Dingen konnte man bei den schulischen Leistungen Fortschritte erkennen.
Es hat mir selber sehr viel Spaß gebracht, und ich konnte meine Krankheit vergessen.Ich habe dann nach ca. zwei Jahren nicht mehr weitermachen können. Da meine Krankheit sich weiter verschlechterte , und ich durch neuerliche Stürze nicht mehr in der Lage war die Treppenstufen in der Lernstube zu bewältigen.Also nur noch zu Hause im Rollstuhl sitzen?
Da kam eines Tages die Leiterin der Lernstube zu mir . Sie fragte , ob ich nicht einem unserer ausländischen Jungen, der inzwischen ins fünfte Schuljahr gewechselt war, zu Hause bei mir , etwas Nachhilfe in Deutsch und Mathe geben könne.
Das habe ich dann ca. ein Jahr gemacht.
In diesem Jahr wurde durch die Einführung der Ganztagsschule die Lernstube geschlossen.
Ich habe mich durch die Arbeit mit den Kindern noch zu etwas Nütze gefühlt. Man hat das Gefühl gebraucht zu werden, und der Tag ist auch nicht so lang.
Habe seit einem Monat zum Glück wieder eine Aufgabe !
Ein Junge aus unserer Nachbarschaft kommt zu mir , und ich helfe ihm bei Mathe.
Ich hoffe , dass ich, trotz meiner Krankheit , anderen noch etwas helfen kann.