Muskelerkrankung IBM

…Erfahrungsbericht eines Betroffenen

2003 Urlaub auf der Norseeinsel Borkum

Abgelegt unter: Urlaub mit Behinderung — admin at 11:17 am on Montag, Oktober 15, 2007

Aufgrund meiner krankheitsbedingten Einschränkungen suchten wir im Jahr 2003 eine Behindertengerechte - Ferienwohnung. Wir wollten möglichst nicht zu weit fahren , da meine Frau zum ersten Mal den Fahrer für mich spielen musste. Nach langem Suchen stießen wir auf ein Angebot auf der Nordsee - Insel Borkum . Es war ein Bad mit einer ebenerdigen Dusche sowie eine erhöhte Toilette mit Haltegriffen vorhanden. Auf Rückfrage wurde mir dann auch eine Betterhöhung ermöglicht. Außerdem waren alle Türen und Räumlichkeiten so gestaltet , dass man überall mit dem Rollstuhl hinkommen konnte. Also buchten wir die Wohnung für zwei Wochen.Es war unser erster Urlaub in dem ich auf einen Rollstuhl angewiesen war. Für mich und meine Frau also vollkommendes Neuland. Das ging schon beim Planen los, was muss für mich alles mitgenommen werden, damit ich und meine Frau mit der Situation klarkommen konnten. Außer dem normalen Urlaubsgepäck musste der Rollstuhl , die Krücken, und auch eine Toilettenerhöhung mit.

Dann war es soweit, wir fuhren durch Holland bis zum Fährhafen Eemshaven an der holländischen Nordseeküste. Da ich auf der Fähre nicht im Auto bleiben durfte, brachte mich meine Frau zuerst mit dem Rollstuhl aufs Schiff. Danach fuhr sie erst den Wagen auf die Fähre. Alles viel umständlicher wie man es als Gesunder gewohnt ist. Die Überfahrt dauerte rund eine Stunde , und man konnte schon mal das Meer genießen. Auf Borkum angekommen, wieder alles in umgekehrter Reihenfolge , Auto vom Schiff und dann mich mit dem Rollstuhl über eine Rampe runter , und wieder ins Auto.

Nach einigem Suchen , Ankunft bei unserer Wohnung . Die Vermieter waren sehr nett , zeigten uns die Wohnung , und erklärten uns die Geräte . Ebenso gaben sie uns einen Plan der Insel, und zeigten uns darauf die Sehenswürdigkeiten. Für mein Bett hatten sie eine Erhöhung angebracht , so dass ich ohne Schwierigkeit aufstehen konnte.

Dann die ersten Ausflüge , mit dem Rollstuhl alles nicht so einfach . Da meine Kraft in den Händen und Armen ja auch nicht mehr gut war , musste meine Frau mich doch alleine schieben. Vor allem beim Schieben auf den Deich , und da wo zum Teil Sand war, ging es nicht besonders . Wir haben daraufhin diese Stellen immer versucht zu vermeiden, was leider nicht immer möglich war.

Da ich so nicht alle schönen Stellen der Insel erreichen konnte, habe ich mich an einigen Tagen Vormittags auf der Terrasse in die Sonne gesetzt , und ein Buch gelesen. Meine Frau konnte dann mit dem Fahrrad auf Erkundung gehen. Das machte sie allerdings nur ungern, da sie mich nicht gerne alleine lassen wollte.

Das Wetter spielte gut mit , so konnten wir jeden Tag draußen sein , und die gute Luft genießen.

Zum Schluss der Ferien bekam meine Frau dann leider Schmerzen im Rücken, was wohl durch das ständige Schieben des Rollstuhls ausgelöst wurde. So gestaltete sich der Abschied von der Insel etwas schwieriger als die Ankunft.

Wir waren dann Beide doch sehr froh , als wir wieder vor unserem Haus standen, und wieder alles seinen gewohnten Gang nehmen konnte.

Urlaub am Comer-See

Abgelegt unter: Urlaub mit Behinderung — admin at 9:18 am on Mittwoch, September 5, 2007

Jahr 2000 haben wir uns eine Ferienwohnung am Commer-See für zwei Wochen gebucht. Es ist 2 Uhr früh , Auto beladen und los . So war es gedacht .

Aber die Fahrt Stress pur, nach 8 km ein Blitz , nein leider kein Blitz “ nur der Starenkasten “ , anstatt 70 ca. 100 gefahren.

Jetzt geht’s richtig los, ja wenn ? Ja wenn die Technik mitspielt .

Nach ca. 150 km Fahrt verhält sich der Wagen irgendwie komisch. Also, ab auf den nächsten Parkplatz. Bei dem nun folgendem Rundgang um den Wagen etwas wenig Luft in einem der Reifen. Also Luft rein und weiter. Nach weiteren 100 km gleiche Schwierigkeiten, nächste Tankstelle anfahren. Nach Überprüfung durch den Tankwart, Ventil gewechselt und neu aufgepumpt. Jetzt geht die Fahrt ohne Probleme weiter, bis auf die üblichen Staus.

Gegen 16 Uhr erreichen wir unser Ziel.


Bellano am Commer-See. Die Anfahrt vom Ufer des Sees zu unserer Unterkunft ist nichts für Fahranfänger. Man muss auf einer schmalen, mit sehr vielen Serpentinen ausgestatteten , steilen Bergstrasse hinauf fahren. Wenn ein Auto oder gar der Bus entgegen kommt, muss immer einer nachgeben und rückwärts eine Ausweichmöglichkeit suchen, das ist bei dieser enormen Steigung nicht einfach, und man wird von den Einheimischen, die vor ihren Häusern stehen , beobachtet und teils belächelt.

Ja, in Italien ist das Fahren eben anders als bei uns.

Dann unser Haus , ca. 400 m über dem See ,super wie neu. Die Aussicht entschädigt für alles . Panoramasicht über den Comer-See und auf die Berge. Da das Haus so hoch an einem Steilhang liegt , kann man, wenn man am Rand der Terrasse steht , direkt unter sich nur den See mit Schiffen und Booten sehen.

Leider merke ich jetzt , dass ich nicht mehr alles so kann wie im letzten Jahr.Das geht los ,als ich unsere Koffer ins Haus tragen will . Ich schaffe es nicht mit dem Gewicht des Koffers zusätzlich die vier Stufen hoch zu gehen.

Auch zu Fuß, vom Haus von und nach Bellano an den See, schaffe ich es nicht mehr wegen der Stufen und Steigungen.

Also Anfahrt zum See immer nur mit dem Auto.

Was bleibt ? Diverse Ausflüge nach Bellano, Bellagio , Lecco , Como, Varenna mit der Villa Monasterra, Cadenabbia Villa Carlotta und ,und und……

Alles super und ein Augenschmaus. Appropo Schmaus, über Essen und Trinken in Italien braucht man sicher nicht berichten .

Dann nach zwei Wochen Rückfahrt .

Ich habe mich für eine andere Strecke entschieden. Direkt vom Comer-See über den 2113 m hohen Splügen-Pass . Der Pass geht am Nordufer des Comer-Sees los . Es sind bis zum obersten Teil ( Grenze zur Schweiz ) 30 km. Über eine sehr schmale , steile und mit “Hunderten “ Serpentinen versehene Straße geht es auf die Berge. Aussichten super, zum Teil auch beängstigend . Der Pass ist unheimlich schön, aber nur etwas für gute Fahrer mit Nerven. Auf der Schweizerseite geht es durch die bekannte Via Mala. Da müsste man direkt weiter Urlaub machen. Dann am Bodensee vorbei nach Deutschland.

Jetzt nur noch Autobahn bis zu Hause.

Das war leider auch schon mein letzter Urlaub ohne Rollstuhl.