Heute ist der 1. Mai , es ist inzwischen mehr als ein Monat vergangen. Habe Anfang April ein Schreiben von der Krankenkasse erhalten. In welchem mir mitgeteilt wurde, dass die Angelegenheit dem “ Medizinischen Dienst der Krankenkassen “ zur Überprüfung vorgelegt würde.
Hier jetzt mein Antwortschreiben an die Krankenkasse :
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich beziehe mich auf Ihr oben angeführtes Schreiben, in welchem Sie mir mitteilen , dass Sie den Vorgang dem MDK zur Prüfung vorlegen. Wie ich schon öfter erfahren musste dauert diese Abwicklung oft sehr lange.Da ich durch die Art meiner Behinderungen nur noch mit sehr großen Schwierigkeiten die Toilette aufsuchen kann, und nach der Benutzung nur mit äußerster Kraftanstrengung und Hilfe wieder zum Stehen komme ,benötige ich dieses Hilfsmittel schnellstens , auch um eventuelle Stürze auszuschließen .
Ich brauche um aufstehen zu können eine Sitzhöhe von inzwischen ca. 75 cm . Wenn meine Beine dann gerade sind kann ich mit Gehhilfen stehen und mich noch in der Wohnung mit den Gehhilfen etwas bewegen.
Wie Sie sicher aus Ihren Unterlagen ersehen können , war dieser Sitzhub auch bei dem mir von Ihnen genehmigtem Elektrorollstuhl schon ein Thema . Wurde nach einem Einspruch auch von Ihnen genehmigt. Deshalb verstehe ich leider nicht weshalb wieder der MDK eingeschaltet wird , da es sich bei meiner Erkrankung ( IBM - Einschlusskörpermyositis ) um einen fortschreitenden und auch nicht behandelbaren Vorgang handelt.
Ich bitte Sie deshalb dringend die Angelegenheit entsprechend zu beschleunigen.
Mit freundlichen Grüßen
Mitte April habe ich , da bis zu diesem Zeitpunkt keine Antwort der KK bei mir ankam , mit der zuständigen Sachbearbeiterin der KK telefoniert. Sie sagte mir in dem Gespräch , dass der MDK den Dusch- und Toilettenstuhl nicht als für mich geeignet einstufen würde. Der MDK schlug einen Patientenlifter vor. Verstehe ich allerdings nicht , da der MDK mit mir nicht gesprochen und mich auch nicht untersucht hat .
Hier wieder meine entsprechende Antwort an die Krankenkasse :
Sehr geehrte Frau………, Ich beziehe mich auf unser heute geführtes Telefongespräch. Sie sagten mir , dass der MDK für mich evtl. einen Patientenlifter vorgeschlagen hat.Hierzu möchte ich Sie darüber informieren, dass ich mit dem Herrn ……. von der Sanitätsfirma ……… im Januar und Februar schon 3 Patientenlifter bei mir zu Hause ausprobiert habe. Ich konnte aber mit keinem dieser Geräte zum stehen gebracht werden , da meine Restkraft nicht ausreichend war. Beim hochheben rutschte ich aus den Gurten heraus. Herr ………. erklärte mir , dass ich dann wohl nur mit einem Tuch umgesetzt werden könnte. Das würde für mich aber bedeuten , dass ich gar nicht mehr zum stehen kommen würde.
Da ich aber mit Gehhilfen zum Glück noch ein Paar Schritte gehen kann , möchte ich , auch wegen meines Kreislaufs , nicht nur noch sitzen oder liegen müssen.
Wir fanden als Alternative den Frelu - Universal - Lifterstuhl Unilift II , mit welchem ich dann die Dusche und die Toilette wieder ohne Probleme benutzen kann. Dieser Stuhl hat einen Sitzhub welcher bis ca. 80 cm hoch geht, so das ich mit gestreckten Beinen aufstehen kann.
Im Moment habe ich auf dem 50cm hohen Toilettentopf eine Sitzerhöhung von ca. 12 cm . Da dies zum aufstehen nicht reicht, schiebt meine Frau ein Holzbrett zwischen die Sitzerhöhung und meinem Po . Dann komme ich mit einiger Anstrengung , aber sehr wackelig zum stehen. Dies ist natürlich auf Dauer kein vernünftiger Zustand.
Ich möchte Sie deshalb nochmals bitten, den oben angeführten Dusch - und Toilettenstuhl schnellst möglich zu genehmigen.
Mit freundlichen Grüßen
Jetzt bin ich einmal gespannt wie lange ich noch warten muss . Verschrieben wurde der Dusch- und Toilettenstuhl von meinem Hausarzt schon Anfang Februar und jetzt ist der Mai da. Ich finde es für uns Kranke als nicht zumutbar , wie lange es bis zu einer Entscheidung der Krankenkassen dauert. Leider bin ich ja bei weitem auch nicht der Einzige bei dem so verfahren wird.Ich wünsche mir, dass jeder der Entscheidungsträger bzw. auch Politiker mal eine Woche mit unseren Behinderungen leben muss . Ich glaube dann würde sicher einiges besser und schneller entschieden werden.