Tagesablauf bei Muskelerkrankung ( IBM - Einschlusskörpermyositis )
Ein ganz normaler Tag für einen Muskelkranken (Einschlusskörpermyositis )
Die Nacht ist bei mir meist zwischen 6 und 7 Uhr vorbei . Meine Frau macht sich zuerst fertig , dann bin ich an der Reihe .
Zuerst zieht meine Frau mir die warmen Bettstrümpfe aus , dann richtet sie meinen Oberkörper mit Hilfe des elektrischen Bettrahmens auf , als nächstes werden meine Beine aus dem Bett gezogen . Jetzt fährt sie den Bettrahmen hoch , bis meine Beine gerade sind und sie mir die Krücken geben kann . So kann ich noch selber zum Bad gehen .
Im Bad steht mein , mit einer Hubvorrichtung versehener , Dusch - und Toilettenstuhl . Ich setze mich darauf , meine Frau zieht mir den Schlafanzug aus , schiebt mich ans Waschbecken und hilft mir beim waschen , Zähne putzen , rasieren und kämmen.
Dann schiebt sie mich , je nach meinen Bedürfnissen , mit dem Stuhl über die Toilette , leider muss sie mich inzwischen danach auch säubern .
Jeden zweiten Tag geht es mit dem Stuhl unter die Dusche dort wäscht sie mich dann gründlich .
Da mir in den Fingern , Händen und Armen auch die Kraft fehlt ,muss sie mich auch anziehen.
Dann pumpt sie den Stuhl hoch und ich gehe mit den Krücken zu meinem Treppenlift .Ich setze mich hin , da ich die Füße nicht hoch bekomme , muss meine Frau sie hochheben und auf die Fußraste des Liftes stellen . Nun kann ich ins Erdgeschoss fahren . Unten lasse ich den Lift nicht ganz nach unten fahren , da ich sonst nicht aufstehen kann . Meine Frau ist immer zugegen , gibt mir meine Krücken und ich gehe dann zu meinem Elektrorollstuhl.
Ich fahre an den Esstisch . Meine Frau stellt mir die fertig geschmierten und kleingeschnitten Brote hin . Ein Glas Wasser und eine Tasse mit Kaffee kommt noch dazu . Wegen der Unbeweglichkeit meiner Finger kann ich keine kleinen Tabletten aufnehmen , sie gibt sie mir in den Mund . Da mir das Schlucken sehr schwer fällt , muss ich zu allem sehr viel nachtrinken .
Jetzt beginnt der Tag .
Meistens sitze ich Vormittags ca. zwei Sunden an meinem Computer . Schreiben geht nur noch ganz langsam mit einem Finger je Hand .
Gegen 10 Uhr bringt mich meine Frau zum Wasser lassen zur Toilette . Auch hierbei ist sie mir wegen meiner fehlenden Fingerkraft behilflich .
Zweimal in der Woche habe ich um 11 Uhr meine Krankengymnastik .
Dazu bekomme ich meine Schuhe und Jacke angezogen , werde in einen Schlupfsack auf den Rollstuhl gesetzt . Jetzt fahre ich in die Praxis . Dort zieht mich meine Frau aus . Ich bekomme meine Anwendungen , danach werde ich wieder angezogen .
Wenn das Wetter es zulässt , mache ich noch eine kleine Rundfahrt durch unseren Ort . Manchmal trifft man noch jemanden zum Reden .
Wieder zu Hause , wird mir meine Jacke und Schuhe ausgezogen . Ich setzte mich an den Mittagstisch .
Auch hierbei wird mir alles mundgerecht hingestellt . Ich esse mit einem speziellen Essbesteck , das geht noch einigermaßen . Zum trinken benutze ich auch ein für meine Behinderung angepasstes Gefäß .
Danach geht es wieder mit Hilfe zur Toilette.
Jetzt kommt der gemütlich Teil , ich setzte mich ins Wohnzimmer in meinen Fernsehsessel mit Aufstehhilfe . Meistens lese ich dann ein Buch oder ich schaue auch mal was es im Fernsehen ( Phönix ) an politischen Sendungen gibt . Manchmal komm auch ein Junge aus der Nachbarschaft , diesem bin ich dann bei den Schulaufgaben behilflich .
Zwischendurch stellt mir meine Frau immer mal wieder etwas zu trinken hin , oder sie geht mit mir zum Wasser lassen .
Gegen 18 Uhr gibt es bei uns Abendessen . Auch hierbei wird mir alles mundgerecht zurecht gemacht .
Meistens lese ich jetzt noch etwas . Danach ist dann Fernsehzeit.
Zu Bett gehen wir in der Regel zwischen 22 und 23 Uhr .
Aufstehen vom Sessel mit der Hubfunktion und Hilfe durch meine Frau. Dann gehe ich zum Treppenlift , setzen , die Füße werden von meiner Frau wieder auf die Fußraste gestellt .
Nach dem hochfahren zieht mich meine Frau aus . Ich setzte mit in den Dusch- und Toilettenstuhl benutze noch mal die Toilette . Meine Frau wäscht mich und hilft mir beim putzen der Zähne .
Dann zieht sie mir den Schlafanzug an , pumpt den Toilettenstuhl hoch , gibt mir die Gehhilfen und bringt mich zum Bett .
Ich setzte mich auf die Bettkante , lege mich hin . Meine Beine bekomme ich allerdings nicht selber ins Bett , meine Frau hebt sie rein . Dann rutsche ich in die Mitte , sie hilft mir mich zu drehen und in meine Einschlafposition zu bringen . Jetzt zieht sie mir noch die warmen Bettstrümpfe an und deckt mich mit einer leichten Decke zu .
Die Nächte verlaufen für mich sehr unterschiedlich . Meistens muss ich einmal auf , um Wasser zu lassen . Manchmal bin ich verschleimt , um abhusten zu können , muss mein Oberkörper aufgerichtet werden . Auch umdrehen unter der Bettdecke fällt mir schwer , geht meist auch nur mit Hilfe.
Das nicht richtig durchschlafen zu können , ist auch für meine Frau nicht gerade gut . Sie tut mir dann unendlich leid .